Warum du Heißhungerattacken bekommst

Menschen mit Essstörungen kennen das Phänomen "Essattacken und Heißhungeranfälle", doch auch bei "Diät - willigen" sind Heißhungerattacken ein ständiger Begleiter. Betroffene haben oft das Gefühl, diese "Essanfälle" nicht kontrollieren zu können, fühlen sich hilflos ausgeliefert und die Heißhungerattacken führen zu Frust, Scham und Wut.
Doch was steckt hinter diesen Heißhungeranfällen und ist man ihnen wirklich hilflos ausgeliefert?



Es gibt viele Gründe für Heißhungeranfälle und Essattacken.

1. ständiger Konsum von Süssstoffen
Der Körper denkt, er bekommt Zucker zugeführt und produziert viel Insulin. Ist der Süssstoff im Magen, erkennt der Körper das "Versehen" und schüttet Unmengen Glykagon aus, was den Blutzuckerspiegel unter Normal schießen lässt - Ergebnis ist schneller Hunger.

2. Ständiger Konsum von industriell hergestellten Lebensmitteln, z. B Nudeln, Weißmehlprodukte, Brot, Pizza
Kohlenhydrate sind nichts anderes als Zucker und auch hier schüttet der Körper viel Insulin aus und lässt den Blutzuckerspiegel schnell wieder absinken mit dem Ergebnis des Heißhungers.

4. Unregelmäßiges essen oder nichts essen
Der Körper ist auf regelmäßige Mahlzeiten angewiesen, um seinen Insulinspiegel konstant zu halten - das entgleiten führt zu Hunger und VIEL-essen. Ebenso ist der Körper auf eine bestimmte Kalorienmenge angewiesen, die er benötigt, um alle erforderlichen Aufgaben im Körper zu erledigen. Bekommt er zu wenig Nahrung fährt er in den "Hungermodus" und fährt alle Aufgaben herunter, da er sie nicht mehr alle erfüllen kann - leider betrifft dies auch den Grundumsatz und man bekommt Heißhungerattacken.

5. emotionales essen
Hierbei hat man gelernt, Gefühle jeglicher Art, also Stress, Frust, Hektik, Langeweile, "Leere", mit Essen zu kompensieren - "man isst sie weg" und fühlt sich entspannter oder/und erleichterter. Ebenso "hilft" dieser Mechanismus, sich nicht mit den eigentlichen Problemen beschäftigen zu müssen, was auf Dauer aber keine adäquate Lösung darstellt.
Oftmals hat man dieses Verhalten bereits in Kindertagen erlernt, wenn Eltern ihren Kindern als Belohnung das Stück Kuchen gönnen, zum Trost das Bonbon oder bei Langeweile oder Unruhe die Schokolade - dieses Verhalten verfestigt sich und so reagieren wir auch als Erwachsene noch so.

6.nicht unterscheiden können ob Hunger oder Verlangen den Magen knurren lässt
Verlangen wird ausgelöst wenn:
- wir sehen, riechen, hören, schmecken oder/und uns in einer besonderen Situation befinden
- körperliche Reaktionen lassen uns z.B bei dem Gedanken an eine bestimmte Speise oder dem Geruch einer bestimmten Speise das "Wasser im Mund zusammen laufen"
- wir bekommen eine angenehme Vorstellung im Geiste von einer bestimmten Speise

7. essen aus Gewohnheit
In diesem Fall haben wir bestimmte automatische Handlungen verinnerlicht, die uns steuern, ohne dass wir dies bewusst bemerken würden. Hierzu zählen auch gesellschaftliche Regeln..

8. negative Gedanken, die uns im Wege stehen
"bestimmte Speisen machen dick" - führt zu einem Verbot von bestimmten Speisen und verbotene Dinge schmecken a. besonders gut und diese ständigen Verbote führen zu Frust, Druckaufbau, Wut, Unwohlsein.
"dick zu sein ist schlecht, ich bin nur liebenswert, wenn ich dünn bin" - sich solange abzulehnen, bis man schlank ist, führt zu Heißhungeranfällen, Frust, Depression und ist oft ein unrealistisches Ziel, was wiederum negative Gedanken erzeugt.
"wenn ich mein Essverhalten nicht kontrolliere werde ich dick" - eben diese ständige Kontrolle führt zum Kontrollverlust

(Das ist nur eine kleine Auswahl an möglichen negativen Gedanken)

Wie kann man aufkommenden Heißhunger stoppen

1. regelmäßig essen
2. sich nichts verbieten
3. eine Liste machen, mit möglichen "Ablenkern"
4. bewusst genießen
5. bei ständigen Heißhungerattacken, den Lebensmittelvorrat zu Hause begrenzen
6. auf Light - Produkte verzichten
7. Kohlenhydrate einschränken
8. auf FastFood und Fertigprodukte so weit wie möglich verzichten
9. Wasser trinken
10. auf den seelischen Hunger achten und andere, produktive Bewältigungsstrategien erlernen, zB Spazieren gehen bei Langeweile, ein Buch lesen als Entspannung
11. sich Problemen bewusst stellen und nach Lösungen außerhalb des Essens suchen
12. auf Diäten und Beschränkungen verzichten
13. auf die eigenen Gewohnheiten achten und diese bewusst ändern

Wann esse ich aus Gewohnheit

Welche Regeln und Gewohnheiten hast du gelernt?

- Nachtisch gibt es erst, wenn der Teller leer ist
- Wenn man keinen Hunger hat, muss man sich trotzdem zum Essen zwingen 
- Zu bestimmten Tageszeiten gibt es bestimmte Speisen
- Man muss mindestens 1x am Tag warm essen
- Man muss einem Schönheits - und Schlankheitsideal entsprechen, sonst ist man nicht erfolgreich und liebenswert
- Sich einen vollen Kühlschrank zu gönnen ist ein Anzeichen von Reichtum und Wohlstand
- Zu besonderen Gelegenheiten isst man nun mal mehr als sonst - das ist halt so
- Man muss den Teller leer essen, auch wenn man satt ist
- Bei Einladungen muss man essen, auch wenn es einem nicht schmeckt
- Bestimmte Lebensmittel machen dick und sind ungesund
- Exzessiver Sport hilft Schön und Gesund zu sein

Je mehr Aussagen du hier angekreuzt hast, du du selber verinnerlicht hast, umso mehr bist du ein "Gewohnheitsesser" und solltest diese erlernten Handlungen überdenken.







Kommentare

  1. Ich kann dir nur zustimmen, alles was Du geschrieben hast stimmt! Danke

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  2. es freut mich, wenn dir der Artikel helfen konnte :-) lg conny

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